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2 Grundlagen
3 Bildverarbeitung
4 Fernerkundung u. GIS
5 Literatur
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3.4 Farbsysteme Die Erkennbarkeit von Objekten ist neben der geometrischen Form und dem Kontrast auch von ihrer spezifischen Farbgebung abhängig. Dies gilt natürlich nur für multispektrale, mehrkanalige Datensätze, obwohl sich einkanalige Fernerkundungsdaten auch in eine farbkodierte Form überführen lassen (dabei werden die als Maß der Reflexion skalierten Grauwerte gegen Farbwerte ausgetauscht). Im Folgenden beschäftigen wir uns nur mit der üblichen Farbgebung in digitalen, multispektralen Dreikanaldarstellungen von Geofernerkundungsdaten. Farbtheorie und Definitionen Digitale Farbbilder werden, um den Anforderungen der Farbsysteme gerecht zu sein, mittels A/D-Wandler (Abb. 3.4.1) in drei Grau- bzw. Farbwertanteile zerlegt, die dann wiederum den einzelnen Farbkomponenten des Systems zugeordnet werden (colour coding). Von den unterschiedlichen Systemen sind besonders zwei Farbsysteme für die digitale Bildverarbeitung von Bedeutung: - der RGB-Farbwürfel Beide Systeme können ineinander überführt bzw. transformiert werden (RGB/IHS-Transformationen, s.u.).
RGB-Farbwürfel oben
Es ist leicht einzusehen, daß der Würfel als Grundlage sowohl für additive als auch subtraktive Farbmischungen verwendet werden kann. Im ersten Fall liegt der Nullpunkt bei Schwarz, im zweiten Fall bei Weiß. Sind die Farbwerte einer additiven Mischung gegeben, braucht man für die subtraktive Mischung nur das Komplement der Farbwerte auswählen und der Farbe die gegenüberliegende Würfelseite zuordnen. Als Zahlenbeispiel soll eine Mischfarbe wie Braun über ihre Farbwerte berechnet werden: - Additive Farbabschnitte R 40%, G 30%, B 10% ; daraus folgt Die Eigenschaften des Farbwürfels werden in der digitalen Bildverarbeitung ähnlich auf den Bildschirm übertragen. Jedes Pixel bekommt einen additiven Farbwert zugewiesen, der sich aus den drei Komponenten RGB zusammensetzt. Dies ist gleichzeitig der Grund dafür, daß Farbbilder eine ursprüngliche 24 bit-Farbtiefe aufweisen (3 x 8 bit). Die Farbintensität wird pro Kanal in 256 Stufen (= 8 bit) digital abgelegt und anschließend gemischt. Für die oben beschriebene Farbe Braun heißt dies: - R = 255 x 0,4 = 102 Für die Kombination von drei Kanälen heißt dies, daß man zuerst den Reflexionsgrad eines jeden einzelnen Kanals in 256-stufige Intensitäten einteilt und jene dann wahlweise einem Einheitsvektor R, G oder B zugeteilt. Für jede Falschfarbendarstellung ist es deshalb wichtig, neben den verwendeten Kanälen auch die gewählte Farbzuweisung (rgb) anzugeben (Abb.3.4.3)!
IHS-Zylinder/Kegel oben Die Verwendung des IHS-Systems ist mathematisch-physikalisch betrachtet eigentlich dem RGB-System an Präzision überlegen; in der digitalen Bildverarbeitung wird jedoch überwiegend das RGB-System bevorzugt, da es der menschlichen Wahrnehmung am nächsten kommt.
Es ist zu beachten, daß die IHS-Systeme nicht einheitlich definiert sind. Dasselbe gilt für die mathematischen Transformationsmethoden zwischen IHS- und RGB-Systemen! Bei der Definition des Farbtones kommt noch hinzu, daß Nullpunkt und Drehsinn beliebig angenommen werden können. Man kann daher IHS-Werte verschiedenen Ursprungs nicht ohne weiteres miteinander vergleichen. Wichtig ist jedoch, daß ggf. feinste Spektralinformationen im IHS-System möglicherweise besser zum Ausdruck kommen, als dies im RGB-System der Fall wäre (allerdings werden andere Informationen auch stärker unterdrückt). Die IHS-Transformation ist jedoch besonders als mathematisches Bindeglied zur Verschneidung von unterschiedlichen geometrischen Auflösungen zweier Datensätze der gleichen Region von Bedeutung (resolution merge). Über die jeweils angewandte Transformationsformel informieren die mathemathischen Anhänge der Software-Produkte! |
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